Chicago updated part three – Third time is a charm.

Aaaaalso. Nach architektonischer und politischer Beobachtung folgt nun die technische und religöse (wieso Hunde bei Taufen Hawaii-Hemden später). Und das kam so: Nach einem vergnügten langen Tag in Chicagos Häuserschluchten gedachte sich ein deutsches Ehepaar erschöpft in die angemietete Wohnung des Chicagoer Stadtteils Logan Square zu begeben als der technische Fortschritt Sie harsch attackierte. Die Wohnungstür schien durch ein brummendes, lärmendes sich bewegendes Etwas dermaßen blockiert, das ein standardisierter Einmarsch unmöglich schien. Kurze Bedenkzeit – der zweite Vorstoß: Es gelingt die Hürde zu überwinden. Das Unbekannte entpuppt sich als … Putzroboter unseres Mitbewohners/Vermieters! Ein Putzroboter! Kurz: «iRobot» genannt, fegte seit geraumer Zeit durch die Wohnung um aufzunehmen, was Katz und Mensch fallen ließ. Äußerlich eher einer Personenwaage ähnelnd raste das Ding durch die Wohnung und säuberte just in diesem Moment die türnahe Umgebung, als Unsereins sich durch diese hinein zu begeben suchte. Ausgestattet mit sensitivem Vorderkopf, vollführt es regelmäßige Pirouretten, wenn es einen Widerstand wittert. Seitlich fährt mit bemerkenswerter Präzision ein Pinsel kleine Kreise beschreibend Zusätzliche Putzbewegungen durch. Nett. Verrückt. Amerikanisch.
Hier ein Portrait des Guten:

Doch bei all dem technischen Errungenschaften hier in dieser exemplarischen Wohnung (106 cm Plasmabildschirm mit Xbox 360, Waschbeckenhecksler in der Küche und Geruchsabsorbierer im Kühlschrank) scheinen doch einige Bereiche davon ausgenommen. Zum Beispiel der öffentliche Nahverkehr mit Zügen die Viehwaggons aus den 50ern wohlanstünden und U-Bahnen die in puncto Geräuschpegel einem Schlachtfeld in nichts nachstehen. Ein Beispiel aus den Pendler-Vieh-Zügen: Der Notausgang – ein Fenster zum Aufklappen. Im Notfall: wer passt hindurch? Kommentar meiner nahestehenden Sitznachbarin: Das ist natürliche Auslese.
Seht selbst:

Am nächsten Tag begaben wir uns wieder an den Strand, dieses Mal der Nordstrand (Montrose Beach) um einem Gottesdienst der örtlichen Willow Creek Gemeinde beizuwohnen und wurden nicht enttäuscht. Ein wunderschöner Gottesdienst im Montrose Beach Park mit Taufe von 12 Leuten im Lake Michigan. Die Lieder kannten wir, die Leute sehr freundlich und eine sehr lockere herzliche Athmosphäre – wir fühlten uns gleich zu Hause. Nur kam uns etwas befremdlich vor, dass alle bevorzugt Hawaii-Hemden trugen – sogar der Hund (Siehe Foto oben). Der Gipfel war dann, das alle Täuflinge nach Vollzogener Taufe eine Blumenkette bekamen. Theoligisch fragwürdiges Taufritual? Ach, einfach nur eine witzige Idee einen Gottesdienst thematisch zu gestalten: Taufe am Strand = Hawaii = deshalb Buffet hawaiianisch = deshalb alle mit Hawaii-Hemden und Blumenketten. Und wir mittendrin. Sehr schön, ein schöner Einstieg.

Tauf-Gottesdienst am Strand (Pastor in weiß)

Die Taufhandlung

Nach dem Godi kurze Dokumentation am Strand …