John Hancock und die Katzen

Der Blick von Hancock Center ist gigantisch. Blick nach Südosten bis Süden. Ganz rechts das Sears-Tower, ganz rechts der Lakefront-Tower nach Entwürfen von Ludwig Mies van der Rohe. Dazwischen ein Rudel unglaublich hoher Türme und Bauwerke – teils besiedelt, teils bürot. Da man schlecht alles in eins fassen kann eine kleine Skizze. Wir befinden uns hier im 94. Stockwerk, meine Freunde. Ca. 324 Meter über dem Boden, die restlichen 20 m sind wohl Antennen etc. Und dann dieser Blick nach unten, da spür ich endlich mal wieder so richtig meine Höhenangst. Herrlich. Ich hab das Mal festgehalten:

Das türkisene Rechteck ist ein privates swimming pool.

Karin hat die Juristerei abgeschlossen und jobbt jetzt auf dem Bau. Hier beim Frühstücken.

Bin Fensterputzer. Von irgendwas muss man ja hier leben, nachdem mein Visa abgelaufen ist.

Ansonsten wollte ich noch zwei ganz besonderen Bewohnern einen Beitrag widmen: Mr. Kitty und Tupac. Ja, mein Mitbewohner denkt, das der Rapper Tupac Shakur Ende der Neunziger eine Wiedergeburt als Katze durchmachte und bei ihm gelandet ist. Wieso nicht. Auf jeden Fall lässt sich Mr. Kittey dressieren und apportiert jetzt auf Wunsch bonbongroße Ricolabonbons und tischtennissballgroße Papierkugeln. Der Befehl heißt «bring». Relativ international. Tupac hat genug erlebt in seinem früheren Leben und beschränkt sich auf herumliegen und herumlungern. Der Befahl «No loitering at any time!», welcher an fast allen Bahnhöfen prangt, scheint ihn wenig zu kümmern. Deswegen habe ich auch kein Foto von Ihm. Er selbst zieht es derzeit vor an der Tür zu kratzen.